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Wann sollte man eigentlich nach St. Petersburg fahren ? Eine "einfache" Frage, wenn man sich den Saisonverlauf im "Venedig des Nordens" ansieht.
Tatsächlich ist aber diese Stadt gerade dann am schönsten, wenn Sie es nicht erwarten würden. Ich verrate Ihnen jetzt ein paar Geheimnisse: - Wenn es am vollsten ist, also im Juli, dann sind die meisten Russen selbst draussen auf Ihren Datschen in Urlaub. Die Stadt wird dann den Touristen überlassen und die verursachen vor allen Sehenswürdigkeiten lange Schlangen. - St. Petersburg ist mit 730 mm Niederschlag im Jahr eine Stadt, die entgegem dem Ruf "aus feuchten Sümpfen entstanden" zu sein, eigentlich ein recht trockenes Klima hat. In Hamburg oder Frankfurt und München fällt mehr Niederschlag, als in St. Petersburg. Die Stadt am Meer ist eher vom kontinentalen Klima des riesigen Landes dahinter, als vom nassen Meer vor der Haustür geprägt (München hat z.B. über das Jahr betrachtet 50% mehr Niederschlag, als St. Petersburg - niemand würde aber München schlechtes Wetter bescheinigen wollen). - Weihnachten ist im Dezember in Rußland gar kein Fest - dort ist die Kirche orthodox und man feiert im Januar - und das wenige, was rund um unser Weihnachtsfest dort geboten wird, ist "touristisch". Vom 30.12. an ist dagegen für etwa 2 Wochen in Rußland das Geschäftsleben fast lahmgelegt: Neujahr, orthodoxes Weihnachten, und das Neujahresfest nach altem russischen Kalender "altes neues Jahr" fallen in diese Zeit. Neben dem Monat Juli sind diese Tage die Hauptferienzeit der Russen und Theater und Veranstaltungen in der Stadt auf einem Höchstpunkt. - Die legendären weissen Nächte finden nicht zur Mittsommernacht statt, sondern sind ein Naturphänomen, welches sich von Mai bis zum August hinzieht. Wenn Sie, wie die meisten Gäste, nachts schlafen, bekommen Sie nicht viel davon mit. Nur wer mal im Juni riskiert, die Nächte wach zu bleiben, erlebt auch weiße Nächte. - Das Frühjahr ist klimatisch bedingt sehr kurz - im April/Mai gibt es einen schnellen Übergang von Winter auf Sommer. - Der russische Winter zieht Ende Dezember / Anfang Januar richtig ein und dauert dann bis Ende März. Wann also sollte man eigentlich nach St. Petersburg fahren ? Gehen wir die Monate einmal säuberlich nacheinander durch und seien wir dabei so ehrlich, nicht jeden Monat für eine Reise empfehlen zu wollen (obwohl man das könnte): Januar / Februar /
erste Hälfte März - Tiefer Winter mit wenig Niederschlägen (es schneit
um die Hälfte weniger als, es in Deutschland regnet/schneit) und einer mittleren Ende März / Anfang April - Die Zeit des Übergangs. Noch ist es kalt, aber die Temperaturen nähern sich ab Mitte März der Taugrenze. Häufig Schmuddelwetter und relativ viele Niederschläge. Keine wirklich gute Reisezeit, wie immer man es auch sehen mag. Ende April / Anfang Mai - Das Frühjahr. Der Mai ist der Monat mit dem
wenigsten
Ende Oktober / November - Der Winter naht und es gibt "Dostoevsky-Wetter". Morgennebel ziehen durch die Straßen, es ist wechselnd kühl und an einigen Tagen schon richtig kalt. Dabei vergleichsweise wenig Regen (weniger, als in Süddeutschland zu der Jahreszeit). In dieser Zeit mit der ganz besonderen Atmosphäre spielen viele Romane der weltbekannten Petersburger Autoren. Wer gerne etwas Atmosphäre atmet, Russen kennen lernen will und eher Wert auf die niedrigen Preise in der Nebensaison legt, als auf Touristenrummel, der ist in dieser Zeit des Herbstes und Spätherbstes ganz richtig. Wenn mich jemand fragen würde, was für eine erste Reise nach St. Petersburg die beste Zeit ist, dann wäre dies von September bis November. Dezember - Winter. Noch nicht so russisch-kalt, wie im Januar /
Februar, aber verlässlich unter Null. In einer Dezember-Nacht wurden schon
einmal -34°C gemessen, aber das ist die Ausnahme. Das Wetter ist eher so, wie
bei uns im Januar. Richtig, um weiße Tage zu erleben. Ehrlich g Und ? Wann möchten Sie jetzt "Ihr" St. Petersburg entdecken ?
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Copyright © 2000 "Unsere Datscha in Toksovo", Maria & Klaus Horst
Philipp (Adresse)
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